Zur mobilen Überprüfung der Verkehrssicherheit von Bäumen bzw. Baumgruppen im Stadtgebiet dient das von INTEND entwickelte digitale Baumkataster. Die auf dem Zusammenspiel von ArcPad 7.01 aus dem Hause ESRI und der RFID-Technologie basierende Lösung wurde in Zusammenarbeit mit dem Eigenbetrieb für Stadtgrün, Abfallwirtschaft und Straßenreinigung der Stadt Erlangen realisiert.
Identifizierung dank Spezialschraube
Die in das Baumkataster aufzunehmenden Bäume werden mit einer Spezialschraube mit integriertem RFID-Microchip markiert. Dieser RFID-Chip ist mit einer individuellen Kennung codiert und erlaubt so die eindeutige Zuordnung des jeweiligen Baumes. Das Auslesen dieser Kennung erfolgt mithilfe einer in einem robusten PDA integrierten RFID-Antenne.
Ziel ist es, bei den regelmäßig stattfindenden Kontrollen der Bäume im Stadtgebiet die Identifizierung des jeweils angesprochenen Baumes sowie die zugehörige Sachdateneingabe zu erleichtern. Mit ArcPad hat der Baumkontrolleur direkt sein Einsatzgebiet in Kartenform "dabei". Bei einer Begehung hält er einfach die Antenne an den Kopf der am Baum angebrachten Schraube und liest dann per Knopfdruck die Kennung aus. Diese wird in ArcPad direkt dem entsprechenden Baumsymbol in der Karte zugeordnet. Anschließend können zum jeweiligen Baum verschiedene Zusatzinformationen (z.B. Baumart, Alter, Größe, Umfang, Schäden, Standort, letzte Kontrolle, Bearbeiter, Pflegemaßnahme usw.) in einem Formular in ArcPad hinterlegt werden. Für die Aufnahme dieser Informationen wurden spezielle Werkzeuge sowie angepasste Erfassungsformulare in ArcPad integriert.
Zunächst ist eine digitale Ersterfassung und Markierung aller Bäume als auch Baumgruppen im Stadtgebiet von Erlangen notwendig. Anschließend kann jeder Baum als Symbol in einer Karte dargestellt und aufgefunden werden. Nach der Auswahl eines Baumes bzw. einer Baumgruppe können die zugehörigen Sachdaten angezeigt und bei Bedarf editiert werden. Der Baumkontrolleur hat so alle relevanten Daten auf Abruf parat und kann eventuell notwendige Änderungen bzw. Ergänzungen direkt vor Ort vornehmen.
Integration vorhandener Daten
Ein Großteil der Bäume bzw. der entsprechenden Sachdaten stehen in Erlangen schon in einem rein analogen Kataster zur Verfügung und können einfach in ArcPad integriert werden. Dadurch können diese Informationen nun auch in einem GIS verfügbar gemacht und in einer Karte dargestellt werden. Bei einmal aufgenommenen Bäumen muss der Kontrolleur lediglich die entsprechende Kennung auslesen. Anschließend wird in ArcPad die Karte automatisch auf diesen Baum gezoomt und zentriert.
Außerdem öffnet sich das entsprechende Erfassungsformular zur Eingabe der Parameter.
Neue Bäume können während des Kontrollgangs auf die gleiche einfache Weise in das Baumkataster integriert werden: Der Kontrolleur bringt die im Vorfeld kodierte Schraube an den betreffenden Baum an und nimmt diesen anschließend mit dieser Kennung ins Kataster auf. Nicht mehr vorhandene Bäume können dabei einfach aus dem Kataster entfernt werden.
Zur Zeit erfolgt die Positionsbestimmung aus dem Luftbild heraus bzw. wird vor Ort eingemessen, das heißt der Kontrolleur identifiziert den jeweiligen Baum direkt in einem Foto und nimmt die notwendigen Parameter auf. Ein Grund für den Einsatz der RFID-Technik ist die zu ungenaue Positionsbestimmung an schlecht zugänglichen bzw. abgeschatteten Orten, an denen kein ausreichend genaues GPS-Signal zu empfangen ist. Bei Bedarf kann die Positionsbestimmung des Baumes aber auch mittels eines angeschlossenen GPS-Geräts erfolgen.
Einbindung von Rasterkatalogen
Das INTEND-Produkt mobiGIS Catalog wurde ebenfalls in diese Lösung integriert. Große Mengen an Luftbildern bzw. Topographischen Karten können dadurch performant als Hintergrundinformation verwendet werden. Der Außendienstmitarbeiter kann so auch ohne ein GPS relativ genau seine Position feststellen, indem er einfach bekannte Objekte in der Karte bzw. im Luftbild identifiziert und mit seiner Position abgleicht.
Sicherlich spielen der Zwang zur Verkehrssicherungspflicht und die somit notwendigen regelmäßigen Kontrollen der relevanten Bäume eine wichtige Rolle für die Erstellung eines digitalen Baumkatasters. Die Verknüpfung der RFID-Technologie mit der GIS-Technologie in ArcPad ermöglicht nun eine effizientere Kontrolle der relevanten Objekte und erleichtert zusätzlich den Arbeitsablauf bei der Datenerfassung und -kontrolle. Aufgrund der bewusst einfach gehaltenen Werkzeugleiste des Baumkatasters sowie der intuitiv auszufüllenden Erfassungsformulare können auch diejenigen Mitarbeiter die Anwendung einsetzen, die keine "GIS-Spezialisten" sind.
Außerdem erschließt sich durch die Kombination dieser beiden Zukunftstechnologien ein umfangreiches Betätigungsfeld bzw. Einsatzgebiet für ähnliche Lösungen - vor allem dort, wo nur ein eingeschränkter GPS-Empfang möglich und trotzdem eine genaue Verortung von Objekten zwecks Wiedererkennung bzw. Auffinden erforderlich ist.
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