Die Forstverwaltungen der Bundesländer Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen arbeiten seit einiger Zeit im Bereich der geografischen Informationssysteme zusammen. Die INTEND hat für diese in der Forstkooperation zusammengeschlossenen Länder eine Anwendung für das Management geografischer Daten und die Kartenproduktion entwickelt. Die Fachschale, mit der auch Sachbearbeiter ohne DV-Kenntnisse geografische Daten bearbeiten können, deckt heute die Bereiche Erfassung, Visualisierung und Verwaltung von Daten sowie den Bereich Schnittstellen ab. Mithilfe von Metatabellen lässt sich für jedes Land eine konfigurierbare Applikation erstellen, die dennoch einen gemeinsamen Code nutzt.
Die Vorteile der Zusammenarbeit wie die gemeinsame Konzeption und Softwareentwicklung sowie der Austausch von Erfahrungen und Informationen schlagen positiv zu Buche. Stand in den ersten Jahren die digitale Kartografie im Vordergrund, so ist derzeit der Aufbau eines digitalen Informationssystems zur Unterstützung sämtlicher Geschäftsprozesse das zentrale Thema.
Leistungsumfang der Forstfachschale
Die Forstfachschale wurde auf der Basis des in Baden-Württemberg entwickelten FOGIS (auf ArcInfo/AML basierendes forstliches geografisches Informationssystem) realisiert und verwendet GIS-Produkte von ESRI. In ArcSDE-Datenbanken werden die geografischen Daten landesweit und blattschnittfrei verwaltet. Mehrere Anwender können gleichzeitig auf die Informationen zugreifen, wobei der schreibende Zugriff jeweils auf einen Bearbeiter beschränkt ist („pessimistic locking“). Die Applikation regelt die Interaktion mit der Datenbanksoftware und unterstützt den Anwender bei der Durchführung der Transaktionen. Forsteinrichtung, Standortkartierung, Waldbiotopkartierung, Waldfunktionen, Liegenschaftskarte und Wegeinformationssystem sind bereits in die Fachschale integriert.
Individuell anzupassen
Die Applikation lässt sich individuell für jede Forstverwaltung konfigurieren, indem die Oberfläche auf der Grundlage der Funktionstabelle generiert wird. Vorteile der länderübergreifenden Applikation liegen in der leichteren Wartung, beispielsweise bei Versionsänderungen der Basissoftware sowie im einfacheren Austausch von Funktionen zwischen den Ländern. Dennoch bleibt die lokale Fachschale individuell konfigurierbar, um spezielle inhaltliche und funktionale Anforderungen der jeweiligen Forstverwaltung erfüllen zu können.
Zukunftssicheres System
Mit dem ForstGIS-Framework setzt die Forst-Kooperation auf die ArcGIS Desktop-Technologie. Im Rahmen der Entwicklung werden die einzelnen Module der Forst-Applikation portiert und in Form von Werkzeugleisten zur Standardoberfläche von ArcGIS hinzugefügt. Hier finden sich die verschiedenen Werkzeuge aus der Forst-Applikation wieder. Außerdem werden an dieser Stelle die länderspezifischen Werzeuge integriert.
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