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QS-Box – Qualitätssicherung beim Staatsbetrieb Sachsenforst

Seit März 2009 arbeitet der Staatsbetrieb Sachsenforst mit der QS-Box von INTEND zur Qualitätssicherung der Geodaten. Im Interview erläutert Tom von Pistor, Referent der Abteilung 4 im Kompetenzzentrum Wald und Forstwirtschaft, Referat 45, GIS/Kartographie/Vermessung, die Einsatzbereiche.

Herr von Pistor, welche Aufgaben hat der Staatsbetrieb Sachsenforst?

Der Staatsbetrieb Sachsenforst sichert die Bewirtschaftung von über 200.000 Hektar Landes-Wald und darüber hinaus noch mehreren 10.000 Hektar so genannten Betreuungswald verschiedener Eigentumsarten und ist in vielen hoheitlichen forstlichen Aufgaben die Obere Forstbehörde von 520.000 Hektar Gesamtwald. Darüber hinaus bietet er im Kompetenzzentrum praxisbezogene Versuchs- und Forschungsergebnisse für die ganze Waldfläche an und hat mit dem Amt für Großschutzgebiete Verantwortung für Nationalpark Sächsische Schweiz und Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft.

 

Welche Aufgaben werden dabei durch das Geografische Informationssystem unterstützt?

Das Geografische Informationssystem heißt bei uns kurz FGIS ist seit 1994 im in Form von ArcInfo im Einsatz und löste Anfangs nur die traditionelle forstliche Kartographie ab, d.h. sämtliche für den forstlichen Dienstbetrieb wichtige analogen Papierkarten wurden digitalisiert und in einem Zeitraum von etwa 10 Jahren zu landesweiten Datenbeständen zusammengefügt.

 

Inzwischen werden nahezu alle Aufgaben im Forstlichen Außendienst durch das GIS unterstützt, da dabei fast immer ein Raumbezug existiert. Von immer weniger Personal bezogen auf die zu bewirtschaftende Waldfläche sind die gleichen oder gar mehr Aufgaben der Forstwirtschaft auszuführen und dabei eine Fülle von Flächeninformationen zu berücksichtigen bzw. gar zu erweitern, wenn man da beispielsweise an Flora-, Fauna und Habitatgebiete denkt.

Es beginnt mit der Forsteinrichtung, bei der unter anderem aktuelle Waldbestände räumlich abgegrenzt werden, und der Standortserkundung, die Auskunft über die Waldböden gibt, geht über den eigentlichen Waldbau, der die Waldbehandlung vornimmt, bis hin zur Holzernte. Alle wichtigen Informationen sind im FGIS in Form von Layern abgelegt wovon es mittlerweile weit mehr als einhundert gibt und können nun bei Sachsenforst als Shape-Datei, GIS-Datenbank-Featurelayer oder als Web-Dienst je nach Client jederzeit von den Mitarbeitern von Sachsenforst visualisiert werden. Revierleiter erfassen heute schon teilweise selber mit Hilfe von mobilen GIS-Geräten und ArcPad beispielsweise Borkenkäfernester oder Holzpolter.

 

Da die Reviere durch Restrukturierungsmaßnahmen in den letzten Jahren immer größer geworden sind und viele Revierleiter dabei oft in andere Reviere wechseln mussten, ist das FGIS mittlerweile ein unverzichtbares Werkzeug geworden, um Waldflächen schnell und zuverlässig zu finden.

 

 

Seit März 2009 wird zur Qualitätssicherung der Geodaten die QS-Box von INTEND eingesetzt. Welche Vorteile haben sich dadurch ergeben?

 

Zunächst sollte einmal erwähnt werden, dass es bei Sachsenforst in 2008 einen wesentlichen Technologiewechsel gab, in dem wir von ArcInfo Workstation auf ArcGIS bei der Erfassung und Laufendhaltung des wichtigsten Layers, der Forstgrundkarte, umgestiegen sind. All die vielen Werkzeuge, die vorher der Qualitätssicherung dieser Daten dienten, waren von einem Tag zum anderen unbrauchbar. Außerdem ist anzumerken, dass auf Grund der Menge der zu bearbeitenden Features pro Jahr viele Teilgebiete nicht im Hause, sondern von Firmen bearbeitet werden. Der Datenaustausch erfolgt dabei in den Formaten Shape-Datei, Personal- oder File-Geodatenbank. Die selbst- bzw. fremderfassten Daten sollten natürlich unseren hohen Qualitätsansprüchen gerecht werden und nicht ungeprüft in den Gesamtdatenbestand übernommen werden. Da kam uns die QS-Box gerade recht. Da wir nur mit wenigen Zusatzprogrammen im wesentlichen auf der Standardoberfläche von ArcMap arbeiten, lässt sich die QS-Box als Erweiterung problemlos installieren und hinzuladen. Man kommt beinahe ohne Anleitung und Schulung aus, denn sie ist gekennzeichnet durch ein übersichtliches Layout mit guter Hilfe und teils sehr guter Prüfungstypbeschreibungen. Der Aufbau ist logisch und die Eingabe von Fehlerbedingungen wird unterstützt. Es können sogar die Select-by-Attribute-Klauseln via copy and paste in die QS-Box übernommen werden, wenn man das möchte. Dadurch lässt sich der in der QS-Box eingebaute Editor ganz leicht ergänzen.

 

Wesentliche Merkmale der QS-Box sind außerdem die Bündelung von geometrischen und attributiven Prüfungen, die übersichtliche Dokumentation der Fehler durch speicherbare Reports und Fehlerlayer und die eindeutige Zuordnung von Fehlern über die Feature-ID's, wodurch die Fehler auch schnell lokalisiert werden können.

 

Hat sich die Anschaffung der QS-Box bezahlt gemacht?

 

Ich denke, dass sich diese Anschaffung auf jeden Fall gelohnt hat, da zunächst einmal ein solches Tool bei uns dringend erforderlich war, sie meiner Meinung nach preiswert ist, kaum Schulung erfordert und schnell das Ergebnis liefert, was man sich vorgestellt hat. Außerdem haben wir bislang nichts Vergleichbares auf dem Markt gefunden. Im Übrigen müssen ungeprüfte Daten oft nachbearbeitet werden, was später oft noch höhere Kosten verursacht. Natürlich entstehen bei der der täglichen Nutzung durch so genannte Power-User wie bei jeder Software stets neue Wünsche. Deshalb haben wir auch einen Wartungsvertrag abgeschlossen, um von Verbesserungen an der Software in der Zukunft ebenfalls profitieren zu können, ohne das Produkt neu kaufen zu müssen und bringen uns selbst bereits mit Vorschlägen ein.

 

Herr von Pistor, wir bedanken uns für das Gespräch.


  13.07.09

Matthias Nagel


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